Curriculum Funktionsdiagnostik und restaurative Therapie

Praxisorientierte Fortbildung für Zahnärzte und Zahntechniker

Wann /

Modul A: 20. + 21.09.2019
Modul B: 04. + 05.10.2019
Modul C: 18. + 19.10.2019
Modul D: 25. + 26.10.2019

Preis /

€ 3.000,- pro Teilnehmer zzgl. MwSt.

Wo /

Abteilung für Orofaziale Prothetik und Funktionslehre, Universitätszahnklinik, Marburg

Fortbildungspunkte /

81 Forbildungspunkte nach den Richtlinien der BZÄK/DGZMK

Programm

Die Voraussetzung für ein restaurativ erfolgreiches Behandlungskonzept ist die korrekte Erfassung des Funktionszustandes des Kauorgans und – wenn nötig – die Wiederherstellung einer stabilen Funktion. Letzteres erfordert in erster Linie die Normalisierung der Muskelfunktion und eine stabile Kieferposition. Sind diese Voraussetzung nicht erfüllt, kommt es vielfach zu einer craniomandibulären Dysfunktion (CMD). Die Wiederherstellung der Funktion bei CMD-Patienten verlangt nach einem Behandlungskonzept, das konsequent umgesetzt wird. Auch dabei muss stets die Dysfunktion erfasst, die Funktion stabilisiert und schließlich die definitive Restauration erarbeitet werden.

Wissen Sie, was zu tun ist, wenn …

  • ein Patient über störende Kiefergelenkgeräusche klagt?
  • er vor oder nach der Behandlung Schmerzen im Wangen-, Ohr- und Schläfenbereich angibt?
  • eine eingeschränkte Mundöffnung die Behandlung erschwert?
  • das Gebiss starke Abrasionsspuren aufweist und der »Biss« des Patienten deutlich abgesunken ist?
  • Ihr Patient nach dem definitiven Zementieren des Zahnersatzes Symptome einer kraniomandibulären Dysfunktion (CMD) entwickelt?

Wissen Sie, …

  • welche Therapieverfahren bei Ihren CMD-Patienten die effektivsten sind?
  • welche Okklusionsschiene bei welchen Erkrankungen indiziert ist?
  • wann eine Okklusionsschiene wie korrigiert werden muss?
  • was zu tun ist, wenn vermehrt Keramikfrakturen bei implantatgetragenem Zahnersatz auftreten?
  • was zu tun ist, wenn man vermeiden will, die Kieferrelation im präparierten und anästhesierten Zustand zu bestimmen?
  • warum Ihre Behandlungsstrategie bei einem Patienten funktioniert und bei einem anderen wieder nicht?
  • was zu tun ist, um zu vermeiden, dass Sie bei der Behandlung mit Ihrem Team und dem Patienten die Belastbarkeitsgrenze überschreiten?

Kennen Sie …

  • die Möglichkeiten der funktionellen Datenermittlung, um »Chipping« zu vermeiden?
  • einen Weg, mit dem Sie die gefundene Schienenposition sicher in die Rekonstruktion übertragen können?
  • eine Behandlungsstrategie, mit der Sie ohne Okklusionskontrolle direkt adhäsiv einsetzen können?
  • den Zusammenhang zwischen Materialauswahl und dem funktionellen Risikoprofil des Patienten?

Dies sind einige der praxisrelavanten Fragen, die von den Referenten in diesem Curriculum beantworten werden.

In vier Modulen, die an der Universität Marburg stattfinden, wird Ihnen von den namhaften Referenten Prof. Dr. Ulrich Lotzmann, Dr. Johannes Heimann und Ztm. Bruno Jahn im „Curriculum Funktionsdiagnostik und restaurative Therapie“ vermittelt, wie Symptome einer kompensierten CMD erkannt, Verdachts- und Differenzialdiagnosen formuliert und mögliche Kausalfaktoren ein geschätzt werden können. Der Kurs richtet sich sowohl an Zahnärzte als auch Zahntechniker.

Im Idealfall melden Sie sich als Team zu diesem Kurs an, da sich so der vermittelte, interdisziplinäre Workflow gut in das bestehende Teamwork implementieren lässt.

Modul A und B
Referent: Prof. Dr. Ulrich Lotzmann, Universität Marburg

In den Modulen A und B sollen im Detail folgende Themen abgebildet werden:

  1. Verfahren der Funktionsanalyse
  • Anamnese
  • Klinische Funktionsanalyse (mit Patientendemonstrationen)
  • Klinische Okklusionsanalyse
  • Bildgebende Verfahren
  • Instrumentelle Okklusionsanalyse
  • Instrumentelle Funktionsanalyse (Demonstration EMG der Kaumuskulatur)
  1. Verknüpfung der Einzelbefunde zu einer Verdachtsdiagnose und einer möglichen Differenzialdiagnosen
  2. Kausal- und symptombezogene Prä-Therapien
  • Okklusionsschienen und andere Aufbissbehelfe
  • Okklusales Einschleifen und adhäsive Korrekturen
  • Physiotherapie (Verschreibung und Demonstration einiger Techniken)
  • Medikation
  1. Prognostische Einschätzung möglicher Prä-Therapien

Zusätzlich werden Hands-On-Übungen zur klinischen Funktionsanalyse sowie Patientenvorstellungen durchgeführt.


Ihre Lernziele:

Der Teilnehmer soll Symptome einer kompensierten und dekompensierten CMD erkennen, gewebespezifische Verdachts- und Differenzialdiagnosen formulieren und mögliche Kausalfaktoren im konkreten Patientenfall einschätzen können. Die Teilnahme soll dazu befähigen, eine diagnosebezogene Vorbehandlung planen und durchführen sowie eine Okklusionsschiene korrekt okklusal justieren zu können.

Ihr Vorteil:

Die Kursserie wird Ihnen helfen, bei der prothetischrestaurativen Versorgung Ihrer Patienten Behandlungsfehler zu vermeiden. Sie werden in der Diagnostik und  Vorbehandlung sowie definitiven Therapie von Patienten mit Kaufunktionsstörungen (CMD) sicherer werden.

Modul C und D
Referenten: Dr. Johannes Heimann, Frankfurt a. M., und Ztm. Bruno Jahn, Frechen

In den Modulen C und D sollen im Detail folgende Themen abgebildet werden:

  1. Modellanalyse und Ermittlung patientenindividueller Funktionsdaten
  • Die »Präzisionskette«
  • Präzisionsabformungen mit individuellen Löffeln
  • Gesichtsbogen
  • Kieferrelationsbestimmung (Bissnahme)
  • Dynamische Registrate
  • Modellmontage und Artikulatorprogrammierung
  • Die »Prothetikschiene«
  1. Instrumentelle Funktionsanalyse
  • Diagnostik und Therapie
  • Bei welchem Befund und zu welchem Zeitpunkt sollte man den Patienten vermessen?
  1. Übertragung einer Schienenposition in eine Rekonstruktion
  • Herstellung der Artikulatorregistrate im Labor
  • Klinische Anwendung der Artikulatorregistrate
  • Präparation nach Wax-up, funktionelle Präparation
  • Übertragung der Arbeitsmodelle in den Artikulator
  • Eingliederung der Arbeit, unterschieden nach Werkstoff und Arbeitsart (Edelmetall, VMK, Silikatkeramik, Oxidkeramik sowie zahn- oder implantatgetragen)
  1. Funktionelles Risikoprofil der Patienten
  • Funktionelle Vorgehensweise bei Implantatversorgungen
  • Anforderungen an Implantatsysteme unter funktionellen Gesichtspunkten
  • Materialauswahl für die Rekonstruktion

Folgende Hands-on-Übungen werden in die Module C und D integriert:

  • Handhabung und Anlegen des Gesichtsbogens
  • Kieferrelationsbestimmung (Bissnahme)
  • Dynamische Registrate zur Artikulator-Programmierung
  • Modellpaare für Artikulatorregistrate, Prothetikschiene und Wax-up
  • Gleichschalten der Modellpaare
  • Modellmontage und Artikulator-Programmierung
  • Herstellung der Artikulatorregistrate im Labor
  • Klinische Anwendung der Artikulatorregistrate

Ihre Lernziele:

Sie lernen, den Unterschied zwischen dem funktionell einfachen und schwierigen Patienten zu erkennen und bekommen eine Strategie mit auf den Weg, wie derartige Patientengruppen zu therapieren sind. Sie sind nach dem Kurs in der Lage, auf zwei unterschiedliche Arten Funktionsdaten zu ermitteln und anzuwenden. Sie lernen, die gefundene Schienenposition sicher in die Rekonstruktion zu übertragen. Sie kennen die praktische Bedeutung von statischer und dynamischer Okklusion. Das versetzt Sie in die Lage, entsprechend zu präparieren und die Korrekturen nach der Eingliederung deutlich zu verringern. Sie lernen die funktionellen Besonderheiten in der Implantatprothetik kennen. Sie erlernen eine Behandlungssystematik, mit der Rekonstruktionen vorhersagbar und erfolgreich gelingen.

Ihre Vorteile:

Sie erkennen den funktionell anspruchsvollen Patienten und richten Ihre Behandlungsstrategie danach aus. Sie verringern Ihre prothetische Komplikationsrate. Die Präparation der Zähne des Ober- und Unterkiefers kann zeitlich unabhängig voneinander erfolgen, ohne die provisorische Versorgung erneut entfernen zu müssen. Alle Positionsveränderungen und Behandlungsschritte sind im Artikulator jederzeit nachvollziehbar. Die unsichere Kieferrelationsbestimmung im präparierten und anästhesierten Zustand wird nicht mehr benötigt. Der Mehraufwand rechtfertigt höhere Honorierung und Ihr professionelles Vorgehen sorgt für einen Imagegewinn. Indem die Präzisionskette eingehalten wird, reduziert sich die Gesamtbehandlungszeit und Sie haben einen Zeitgewinn beim Einsetzen.Die Patientenzufriedenheit ergibt sich aus einer stabilen, reproduzierbaren Okklusion und einer gelungenen Ästhetik.

Video

Die Kursleiter Dr. Johannes Heimann und Ztm. Bruno Jahn berichten im Interview über Aufbau und Ablauf der Fortbildung.

Referenten

Prof Dr. Ulrich Lotzmann
Prof. Dr. Ulrich Lotzmann absolvierte noch vor dem Studium der Zahnmedizin eine Ausbildung zum Zahntechniker. Seit 1995 lehrt er als Professor für Zahnärztliche Prothetik an der Phillipps-Universität in Marburg und leitet dort die Abteilung für Orofaziale Prothetik und Funktionslehre. Er gilt als einer der führenden Experten für den Bereich Funktionsdiagnostik und -therapie. Prof. Dr. Ulrich Lotzmann ist seit 1998 Mitherausgeber des Fachjournals »teamwork«.
Dr. Johannes Heimann
Dr. Johannes Heimann ist niedergelassener Zahnarzt in eigener Privatpraxis in Frankfurt am Main. Aufgrund langjähriger Mitgliedschaft beim Bensheimer Arbeitskreis liegt einer seiner Tätigkeitsschwerpunkte auf der restaurativen Funktionsdiagnostik und -therapie. 2007 wurde er bei der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Funktionsdiagnostik und Therapie (DGFDT) mit dem Tagungsbestpreis für den besten Vortrag eines niedergelassenen Kollegen ausgezeichnet. Dr. Johannes Heimann ist Ressortleiter für Funktionsdiagnostik und -therapie des Fachjournals »teamwork«.
Ztm. Bruno Jahn
Ztm. Bruno Jahn ist als Zahntechnikermeister in seinem eigenen Labor in Frechen-Königsdorf tätig. Sein Schwerpunkt ist die funktionelle Ästhetik. Er ist Mitglied des Bensheimer Arbeitskreises und des »Dental Excellence International Laboratory Network e.V.«. Dort ist er Fortbildungsreferent zum Thema »Funktionsgerechte Rekonstruktion«. Im Jahr 2007 erhielt er gemeinsam mit Dr. Johannes Heimann den Tagungsbestpreis der DGFDT zum Thema »Vorhersagbare Übertragung einer gefundenen Schienenposition in eine definitive Rekonstruktion«. Seit 2008 ist Bruno Jahn »EDA-Spezialist für Zahntechnik«.

Presse

Statements

Ich habe bereits einige umfangreiche Restaurationen nach Abschluss des Curriculums anhand des Kurskonzepts fertiggestellt. Ich konnte das systematische Vorgehen 1:1 umsetzen und die Ergebnisse haben mich überzeugt. Mir hat besonders die undogmatische Herangehensweise an die Diagnostik sehr gut gefallen, die immer den ganzen Menschen im Blick hat. Um noch mehr Präzision zu erzielen, habe ich mir nun auch ein Arcusdigma-System angeschafft. Damit kann ich nun die funktionellen Details relativ einfach eruieren und entsprechend den Vorgaben prothetisch umsetzen. Mein Fazit: Die Teilnahme am Curriculum brachte mir einen großen Gewinn an Behandlungssicherheit, speziell bei großen Restaurationen, bei denen keine Okklusion mehr vorhanden ist. Da die vertikale Höhe und die Okklusion nach der gelernten Systematik sehr präzise passen, sind nun für mich nach dieser Methode umfangreiche Vollkeramik-Restaurationen sicher durchführbar. Sehr positiv bewerte ich auch den Zeitgewinn, der sich mit der Herangehensweise ergibt. Am Ende ist es mehr ein Finieren oder Polieren statt ein Einschleifen der Restauration.

Da wir als Behandlungsteam teilgenommen haben, konnten wir das Gelernte gleich im Anschluss gut umsetzen. Sowohl die wissenschaftlichen Grundlagen von Prof. Dr. Ulrich Lotzmann als auch das Konzept von Dr. Johannes Heimann und Ztm. Bruno Jahn sind schlüssig. Daher konnten wir die einzelnen Schritte gut in unsere tägliche Arbeit integrieren. Für mich hat sich die Teilnahme am Curriculum gelohnt. Zwar hatten wir das entsprechende funktionsdiagnostische Equipment bereits vorher in Gebrauch, doch anhand der strukturierten Herangehensweise können wir dessen Potenzial erst jetzt richtig ausschöpfen. So habe ich beispielsweise neue Erkenntnisse  hinsichtlich der Gleichschaltung der Modelle, der Erstellung von Registrierplatten und der Programmierung des Artikulators gewonnen. Mein Fazit: Es funktioniert, denn wir erzielen damit wesentlich bessere Ergebnisse. Wir haben seither bereits fünf umfangreiche Restaurationen fertiggestellt – mit deutlich weniger Zeitaufwand und Problemen als vor dem Curriculum.

Weil die CMD ein Fachgebiet ist, das nicht zur zahntechnischen Ausbildung gehört, wollte ich mein Wissen über Ursache und Therapie von Funktionsstörungen und deren Schmerzen vertiefen. Im Curriculum zeigten die ausgezeichneten Referenten Diagnose- und Therapiewege auf und stellten dabei auch die Wichtigkeit einer interdisziplinären Behandlung in den Vordergrund. Das Curriculum hatte ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Theorie und Praxis und ist sehr empfehlenswert! Mir persönlich hat es zusätzlich Sicherheit gegeben, den Zahnarzt bei der Behandlung eines CMD-Patienten zahntechnisch zu begleiten!

Das Thema Funktionsdiagnostik ist ein wichtiger Teil im Praxisalltag. Den Spezialisten über die Schulter zu blicken sowie sich mit den anderen Kollegen auszutauschen empfand ich als großen Gewinn. Die Kurse waren praxisorientiert, die Theorie war interessant und notwendig, aber auch konzentriert dosiert und angenehm präsentiert, so dass die weiteren Bausteine leicht zu verstehen waren. Da ich auch eine exzellente Gruppe erwischt hatte, waren die Wochenenden in Marburg einfach ein Highlight und eine Zeit, die ich genossen habe.

Ich bin angemeldet!

Was jetzt?

Übernachtungsmöglichkeiten

Hotel Stümpelstal

Stümpelstal 2-6
35041 Marburg

Fon +49 6420 9070
Fax +49 6420 514

info@stuempelstal.de
www.stuempelstal.de

Entfernung zum Veranstaltungsort: 9 km

 

Hotel im Kornspeicher

Molkereistraße 6
35039 Marburg

Fon +49 6421 948410
Fax +49 6421 9484123

info@hotel-kornspeicher.de
www.hotel-kornspeicher.de

Entfernung zur Poliklinik: 3,5 km

 

Hotel Dammühle

Dammühlenstraße 1
35041 Marburg

Fon +49 6421 93560
Fax +49 6421 36118

dammuehle@t-online.de
www.hotel-dammuehle.de

Entfernung zur Poliklinik: 7,5 km

 

Welcome Hotel Marburg

Pilgrimstein 29
35037 Marburg

Fon +49 6421 9180
Fax +49 6421 918444

info.mar@welcome-hotels.com
www.welcome-hotels.com/welcomehotel-marburg

Entfernung zur Poliklinik: 2,5 km

 

VILA VITA Rosenpark

Anneliese-Pohl-Allee 7-17
35037 Marburg

Fon +49 6421 60050
Fax +49 6421 6005100

info@rosenpark.com
www.rosenpark.com

Entfernung zur Poliklinik: 1,5 km

 

Anfahrt

Die Abteilung für Orofaziale Prothetik und Funktionslehre befindet sich in der Georg-Voigt-Straße 3, 35039 Marburg. Im Bereich der Ortenberg-Kliniken sind nur wenig Parkplätze vorhanden, Sie müssen ggf. etwas weiter weg parken (wie z.B. beim Brüderhaus Tabor weiter bergaufwärts) und die entsprechende Zeit einkalkulieren. Vom Bahnhof Marburg dort sind die Ortenberg-Kliniken zu Fuß in ca. 15 Minuten erreichbar. Mit dem Stadtbus erreichen Sie die Klinik über die Stadtbuslinie 8 (günstige Umsteigegelegenheiten: Rudolfsplatz, Gutenbergstraße): Haltestelle Ortenbergplatz.

Zahnklinik Marburg

Andreas Bischoff

Leitung Marketing und Kommunikation
Eventmanagement

Fon: +49 8243 9692-14
E-Mail: a.bischoff@teamwork-media.de